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5. Bildungspolitik

5. Bildungsgerechtigkeit schaffen - gemeinsam, füreinander, miteinander!
Ein Kind spielt mit Stapelbausteinen

Wir stellen Bildungsgerechtigkeit ins Zentrum unserer Politik und wollen das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt grundlegend neu ausrichten. Dafür verbinden wir frühkindliche Bildung, Schule, Ausbildung und lebenslanges Lernen zu einem durchgängigen, inklusiven System, das individuelle Förderung ermöglicht und soziale Ungleichheit abbaut. Bildung soll nicht länger vom Wohnort, Geldbeutel oder Hintergrund abhängen, sondern allen Menschen echte Teilhabe und Entwicklungschancen eröffnen – von der Kita bis ins hohe Alter.

Die Herausforderungen auf dem Weg zu einem modernen Bildungsland Sachsen-Anhalt

Blick in ein altes Klassenzimmer. Im Vordergrund steht ein Globus.

Worum es geht:

Wir sehen die Bildungssituation in Sachsen-Anhalt durch jahrelange Fehlpolitik massiv geschwächt: Lehrkräftemangel, ungleiche Chancen und unzureichende Rahmenbedingungen verschärfen soziale Ungleichheit und gefährden Bildungserfolge. Besonders benachteiligte Kinder werden abgehängt. Bildungsgerechtigkeit bedeutet für uns, allen Kindern unabhängig von Herkunft und Lebenslage gleiche Chancen zu ermöglichen – durch konsequente öffentliche Verantwortung und Investitionen.

Maßnahmen kurz und knapp:

  • Bildung zur zentralen Aufgabe machen und öffentliche Investitionen deutlich erhöhen
  • Lehrkräftemangel und ungleiche Verteilung systematisch abbauen
  • Chancengleichheit stärken – insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche

Die Bilanz von mehr als zwei Jahrzehnten CDU-Regierungen ist für die Kitas und Schulen in Sachsen-Anhalt verheerend. Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind vor allem unser Hier und Jetzt! Ihre Bedürfnisse gehören daher in den Mittelpunkt einer zukunftsorientierten Politik. Doch statt ihnen mehr Unter-stützung zu bieten, sind Kinder, Jugendliche und ihre Familien immer häufiger auf sich allein gestellt. So werden Bildungserfolge beeinträchtigt und sozialer Aufstieg behindert. Insbesondere Kinder aus sozial belasteten Familien, mit Migrationshintergrund oder mit einer Behinderung haben es immer schwerer. weiterlesen (Lesezeit ca. 2 min)

Blick in einen hellen Klassenraum

Unser Masterplan für gute Kitas und gute Schulen


Worum es geht:

Wir entwickeln Kitas und Schulen zu starken, inklusiven Bildungsorten, die Kinder und Jugendliche von Anfang an ganzheitlich fördern. Dafür setzen wir auf multiprofessionelle Teams, eine verlässliche soziale Infrastruktur und moderne Lernbedingungen – analog wie digital. Gleichzeitig stärken wir frühkindliche Bildung, sichern Chancengleichheit im Schulsystem und verbessern Übergänge sowie berufliche Perspektiven.

Maßnahmen kurz und knapp:

  • Multiprofessionelle Teams und Sozialarbeit flächendeckend ausbauen und dauerhaft sichern
  • Kitas stärken: beitragsfrei, bessere Personalschlüssel und verlässliche Finanzierung
  • Inklusive und moderne Schulen ausbauen: digitale Bildung, längeres gemeinsames Lernen und bessere berufliche Ausbildungsmöglichkeiten

Multiprofessionelle Teams – der Schlüssel zum Erfolg!

Durch multiprofessionelle Teams wollen wir unsere Kinder und Jugendlichen ganzheitlich und individuell betreuen. In den multiprofessionellen Teams sollen Erzieher:innen und Lehrkräfte mit pädagogischen Mitarbeiter:innen, Sozialar-beiter:innen, Psycholog:innen, Sonderpädagog:innen und Fachkräften für die Sprachförderung zusammenarbeiten. Sie sollen Kinder und Familien von Anfang an unterstützen und sie in ihren sozialen und emotionalen Kompetenzen stär-ken. Dafür benötigen wir ausreichendes und gut qualifiziertes Personal und gesicherte Strukturen – und das ein Leben lang. weiterlesen (Lesezeit ca. 9 min)

Ein Kind malt an einem Tisch aus

Schule als ganztätigen Lern- und Lebensortgestalten


Worum es geht:

Wir gestalten Schule als ganztägigen Lern- und Lebensort, der Bildung, Betreuung und soziale Entwicklung verbindet. Dafür sichern wir Schulstandorte, stärken Ganztagsangebote und verbessern die Ausstattung sowie Mitbestimmung an Schulen. Gleichzeitig sorgen wir für ausreichend Personal und bessere Arbeitsbedingungen, damit Unterricht verlässlich stattfinden kann.

Maßnahmen kurz und knapp:

  • Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften gegen Rechtsextremismus und geschlechtsspezifische Gewalt
  • Spezialisierte Fortbildungen und bessere Zusammenarbeit für effektivere Strafverfolgung und Prävention
  • Anerkennung und konsequente Verfolgung von Femiziden sowie stärkere gesetzliche Verankerung

Horte ins Schulgesetz

Für die ganztägige Bildung und Erziehung im Primarbereich sollen die Horte wieder im Schulgesetz verankert werden, wobei die bisherige Trägervielfalt erhalten bleiben soll. Außerdem wollen wir die personellen und finanziellen Voraussetzungen schaffen, um Ganztagsangebote an allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen bedarfsgerecht auszubauen und so u.a. auch eine systematische Förderung besonders begabter Schüler:innen ermöglichen.

Bildungsräume sichern und gestalten

In Sachsen-Anhalt ist inzwischen mehr als die Hälfte aller öffentlichen Schulen geschlossen worden. Gleichzeitig füllen immer mehr Privatschulen Lücken im staatlichen Schulnetz. Die Linke wird deshalb die Mindestjahrgangsstärken für die Bildung von Anfangsklassen an öffentlichen Schulen aufheben und durch globale Personalzuweisungen ersetzen, damit Schulstandorte nicht mehr durch schwankende Schüler:innenzahlen zur Disposition gestellt werden und Schulträger selbst über den Erhalt und die Neuerrichtung von Schulstandorten ent-scheiden können. Wir setzen uns ebenso für faire Entwicklungsbedingungen der bestehenden Schulen in freier Trägerschaft ein.

Für den Neu-, Aus- und Umbau von Schulgebäuden werden wir verbindliche Vorgaben schaffen. Bei der Raumausstattung und -gestaltung von Schulen wird das Konzept des Lernraums als dritter Pädagoge berücksichtigt, um lernförderliche und -motivierende Lernumgebungen zu schaffen, die Inklusion als auch das individualisierte Lernen sowie selbstorganisiertes Lernen ermöglichen. Wir werden kontinuierlich in die Barrierefreiheit von Schulgebäuden investieren und auch die Arbeitsbedingungen für die Pädagog:innen in den Schulen verbessern.

Bei der Planung und Errichtung von Neu- oder Erweiterungsbauten werden wir die Schulträger durch ein Schulbauprogramm des Landes unterstützen. Außerdem sollen die Kommunen durch eine deutliche Erhöhung der Finanzzuweisungen in die Lage versetzt werden, den Bau- und Sanierungsbedarf an Schulge-bäuden zu bewältigen. Bei Neubauten und Grundsanierungen müssen Pädagog:innen, Schüler:innen, Eltern und weitere Partner:innen der Schulen eine verbindliche Mitsprache erhalten.

Mehr Eigenverantwortung und Schuldemokratie

Schulen müssen Orte gelebter Demokratie sein. Die Linke setzt sich deshalb für die Erweiterung der Mitbestimmungsrechte von Schüler:innen ein. Dabei soll es auch möglich sein, für die Gesamtkonferenz einer weiterführenden Schule die Drittelparität einzuführen. Damit Schulen Motor ihrer eigenen Entwicklung werden, müssen sie selbst mehr über organisatorische, finanzielle und pädagogische Fragen entscheiden können. Die Linke wird den Gesamtkonferenzen zusätzliche Entscheidungsbefugnisse übertragen. Außerdem sollen die Schulträger den Schulen möglichst große Teile ihres Schulhaushalts als Budget zur eigenen Bewirtschaftung zur Verfügung stellen.

Ressourcen sichern: 10 Punkte für eine gute Unterrichtsversorgung

Der extreme Mangel an ausgebildeten Lehrkräften – hervorgerufen durch Fehleinschätzungen des Ausbildungsbedarfs in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten – hat heute massive Auswirkungen auf die Bildungsqualität und trifft besonders Sekundar- und Gemeinschaftschulen, aber auch Grund- und Förderschulen. Immer mehr Schulen können die Stundentafel nicht mehr vollständig erfüllen. So sind die Bildungsziele für einen erheblichen Teil der Schüler:innen nicht erreichbar.

Deshalb wollen wir:

  • alle bedarfsmindernden Maßnahmen der vergangenen Jahre zurücknehmen und den Personalbedarf durch schulformkonkrete Personalschlüssel für alle Personalkategorien (Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter:innen, pädagogische Unterrichtshilfen, Schulsozialarbeiter:innen) im Schulgesetz verbindlich festlegen,
  • die Lehramtsausbildung für die allgemeinbildenden Schulen statt auf vier Schulformen künftig auf zwei Schulstufen ausrichten, die sich am Alter der Schüler:innen orientieren, die beiden Lehrämter für die Primarstufe und für die Sekundarstufe I und II sollen auch die Ausbildung in sonderpädagogischen Fachrichtungen beinhalten,
  • die Lehramtsausbildung an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg für das neue Lehramt für die Sekundarstufe I und II um 200 Erstsemesterplätze insbesondere für Mangelfächer erweitern, neue Studiengänge sollen dabei auch das Angebot für eine duale Ausbildung mit einer Bindung an den anschließenden Einsatz in Sachsen-Anhalt erweitern,
  • für den Vorbereitungsdienst weitere Seminare für Lehrämter in der Fläche des Landes (Dessau, Gardelegen oder Stendal, Halberstadt) einrichten und zur Gewinnung zusätzlicher Bewerber:innen Anwärtersonderbezüge zahlen,
  • die Gemeinden und Landkreise stärker an der Gewinnung von Lehrkräften beteiligen und durch frühzeitige Einstellungszusagen motivieren, für Studierende und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst gute Bedingungen für sie und ihre Familien zu schaffen, um sie so an die Region zu binden,
  • die erfolgreiche Tätigkeit von Lehrkräften im Seiteneinstieg durch eine Reduzierung der Belastungen in den ersten zwölf Unterrichtsmonaten und ein erweitertes Fortbildungsangebot unterstützen, Lehrkräfte sollen auch mit nur einem Fach den Vorbereitungsdienst berufsbegleitend absolvieren können oder über den Erwerb einer speziellen Laufbahnbefähigung im Wege der Bewährung mit den vollausgebildeten Lehrkräften gleichgestellt werden,
  • die Altersermäßigungen für alle Lehrkräfte wieder ab dem 60. Lebensjahr gewähren, Lehrkräfte vor Zusatzbelastungen schützen, Teilzeitarbeit erleichtern und den Gesundheits- und Arbeitsschutz verbessern,
  • die Erteilung von Unterricht durch geeignete zertifizierte Bildungsträger ermöglichen, auf diesem Weg soll auch ein flächendeckendes Angebot für einen regelmäßigen berufspraktischen Unterricht in den Klassen 7 bis 9 aufgebaut werden,
  • für pädagogische Mitarbeiter:innen und pädagogische Unterrichtshilfen ein Fortbildungssystem etablieren, mit dem die Qualifikation für die spezifischen pädagogischen Tätigkeiten in der Schule verbessert wird, bei Interesse soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, eine Unterrichtserlaubnis zu erwerben,
  • die Lehrkräfte von administrativen und organisatorischen Aufgaben durch den bedarfsdeckenden Einsatz von Schulverwaltungs- und Digitalassistent:innen entlasten.
Eine Brille liegt vor einem Laptop auf dem Tisch

Lebenslanges Lernen – Bildungsangebote auch für Senior:innen


Worum es geht:

Wir verstehen lebenslanges Lernen als Grundlage für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Dafür stärken wir die Erwachsenenbildung als öffentliche Aufgabe und bauen Angebote für alle Lebensphasen aus – insbesondere für ältere Menschen. Bildung, digitale Teilhabe und Begegnung sollen für alle zugänglich sein und soziale Isolation verhindern.

Maßnahmen kurz und knapp:

  • Erwachsenenbildung stärken: Volkshochschulen und freie Träger verlässlich und auskömmlich finanzieren
  • Senior:innenbildung ausbauen: digitale Kompetenzen fördern und gezielte Angebote schaffen
  • Bildungsnetzwerke vor Ort stärken: generationenübergreifende Lern- und Begegnungsorte in Kommunen fördern

Lebenslanges Lernen gehört zu einem selbstbestimmten Leben in einer demo-kratischen Gesellschaft. Menschen bilden sich in unterschiedlichen Lebensphasen weiter, wechseln Berufe, übernehmen Ehrenämter, engagieren sich vor Ort oder wollen im Alter neue Interessen entdecken. Ein öffentlich verantwortetes System der Erwachsenenbildung ist dafür unverzichtbar.

Deshalb wollen wir Volkshochschulen, Bildungswerke, Einrichtungen der Gewerkschaften, Kirchen und freie Träger als zentrale Akteure der Erwachsenenbildung stärken. Ihre Angebote müssen über das Erwachsenenbildungsgesetz vom Land auch künftig dauerhaft und auskömmlich finanziert werden.

Senior:innenbildung ist für uns ein eigenständiger Bestandteil lebenslangen Lernens. Ältere Menschen benötigen Unterstützung, um digitale Technologien sicher nutzen zu können, z.B. für Behördengänge, Banken, Gesundheitsversorgung und soziale Kontakte. Begegnungsorte, an denen sich Generationen austauschen, gemeinsam lernen und Projekte entwickeln, leisten einen wichtigen Beitrag gegen Einsamkeit und Ageismus. Wir wollen Kommunen dabei unterstützen, lokale Bildungsnetzwerke für alle Altersgruppen aufzubauen.

Um Bildungsgerechtigkeit unabhängig von Alter, Herkunft, Religion, Wohnort und Geldbeutel zu schaffen, müssen Prioritäten neu gesetzt und Entscheidungen mutig und nachhaltig getroffen werden. Die Zukunft des Landes und seiner Men-schen hängt entschieden davon ab, dass in der Bildungspolitik endlich neue Wege eingeschlagen werden.

Wir sind der Pol der Hoffnung!